Regionaldekan Holger Kruschina besucht die Pfarrgemeinden

23.​10.​2026

Regionaldekan Holger Kruschina besucht die Pfarrgemeinden

Pfarrvisitation in Blaibach, Harrling/Zandt, Altrandsberg und Miltach – Austausch über das kirchliche Leben, die Herausforderungen und die Zukunft der Seelsorge

 

Wie lebendig ist das kirchliche Leben vor Ort? Was gelingt in den Pfarrgemeinden besonders gut, wo bestehen Herausforderungen und welche Wege können in Zukunft eingeschlagen werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Pfarrvisitation durch Regionaldekan Pfarrer Holger Kruschina. Im Rahmen seines Besuchs nahm er die Pfarrgemeinden Blaibach, Harrling, Zandt, Altrandsberg und Miltach in den Blick, die von Pater Joseph Santhappan MSFS, zusammen mit Pfarrvikar Matthias Tang, seelsorgerisch betreut werden.

 

Eine Pfarrvisitation ist weit mehr als ein formeller Besuch eines kirchlichen Würdenträgers. Sie bietet Gelegenheit, das vielfältige Leben der Pfarrgemeinden kennenzulernen, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über die gegenwärtige Situation und die künftige Entwicklung der Kirche vor Ort nachzudenken.

 

 Pfarrvisitation Miltach 2026

 Pfarrvisitation Miltach 2026 

Bestandsaufnahme und Blick in die Zukunft

Die regelmäßigen Visitationen haben in der katholischen Kirche eine lange Tradition. Bereits das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert schrieb entsprechende Besuche in den Diözesen vor. Heute dienen sie insbesondere dazu, die seelsorgerische Arbeit, das Glaubensleben und die organisatorischen Strukturen der Pfarreien zu betrachten.

 

Regionaldekan Holger Kruschina geht es dabei nicht allein um Zahlen, Gebäude und Verwaltungsangelegenheiten. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie der christliche Glaube in den einzelnen Gemeinden gelebt und weitergegeben wird. Die gewonnenen Eindrücke fließen in einen Bericht ein, der an den Bischof von Regensburg weitergeleitet wird.

 

Als Grundlage dient ein umfangreicher Erhebungsbogen, der unterschiedliche Bereiche des pfarrlichen Lebens beleuchtet. Dazu gehören die Feier der Gottesdienste, die Sakramentenpastoral, die Kinder- und Jugendarbeit, das ehrenamtliche Engagement sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen kirchlichen Gremien. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst, der vom Milbach Chor musikalisch und gesanglich begleitet wurde, regte der Regionaldekan die Gläubigen dazu an, auf das eigene Glaubensleben zu blicken und die Seelsorge in den einzelnen Orten zu unterstützen. Am Ende der Hl. Messe dankte Kirchenpfleger Christian Röhrl im Namen der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte Pfarrer Holger Kruschina für seinen Besuch und seine aufmunternden Worte.

 

Gespräche mit den Verantwortlichen

Ein wesentlicher Bestandteil der Visitation war der persönliche Austausch mit Pater Joseph Santhappan und den Verantwortlichen der Pfarrgemeinden. Die interessierten Gläubigen trafen sich zu einem gemeinsamen Austausch (nach dem Gottesdienst) im Pfarrheim. Bei den Gesprächen standen sowohl die positiven Entwicklungen als auch die Herausforderungen im kirchlichen Alltag im Mittelpunkt.

 

Besondere Bedeutung kommt den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen zu. Ihre Mitglieder tragen Verantwortung für zahlreiche Bereiche des Gemeindelebens und sorgen gemeinsam mit vielen weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern dafür, dass Kirche in den einzelnen Orten lebendig bleibt.

 

Gerade angesichts gesellschaftlicher Veränderungen, rückläufiger Kirchenbesucherzahlen und einer geringer werdenden Zahl an Priestern gewinnt dieses Engagement zunehmend an Bedeutung. Die Zusammenarbeit über die bisherigen Pfarreigrenzen hinweg wird dabei zu einer wichtigen Aufgabe für die Zukunft.

 Pfarrvisitation Miltach 2026 

Pfarrvisitation Miltach 2026 

 

Kirche lebt von den Menschen

Ein zentrales Thema der Visitation war die Frage, wie die einzelnen Pfarrgemeinden ihre Eigenständigkeit und ihre gewachsenen Traditionen bewahren und zugleich als größere Gemeinschaft zusammenwachsen können.

 

Blaibach, Harrling, Zandt, Altrandsberg und Miltach verfügen jeweils über eigene kirchliche Traditionen, gewachsene Strukturen und Menschen, die sich mit ihrer Heimatpfarrei verbunden fühlen. Diese Vielfalt ist eine Bereicherung, stellt die Verantwortlichen bei der gemeinsamen Gestaltung der Seelsorge aber auch vor neue Aufgaben.

 

Neben der Feier der Eucharistie werden künftig weitere Formen des gemeinsamen Glaubenslebens an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen Wortgottesdienste, Andachten, Gebetsgemeinschaften und Begegnungsmöglichkeiten, bei denen Menschen ihren Glauben miteinander teilen können.

 

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Die Pfarrvisitation machte deutlich, wie wichtig das Zusammenwirken von hauptamtlichen Seelsorgern und ehrenamtlich Engagierten ist. Pater Joseph Santhappan und Pfarrvikar Matthias Tang kommen dabei die Aufgaben zu, die verschiedenen Gemeinden seelsorgerisch zu begleiten, Verbindungen zu stärken und gemeinsam mit den kirchlichen Gremien tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, die Besonderheiten der einzelnen Pfarrgemeinden aufzugeben. Vielmehr sollen vorhandene Kräfte gebündelt, gegenseitige Unterstützung ermöglicht und neue Wege der Zusammenarbeit gefunden werden.

 

Auch die Gestaltung der Gottesdienstordnungen und der großen kirchlichen Festtage wird künftig eine wichtige Rolle spielen. Hier gilt es, pastorale Notwendigkeiten und örtliche Traditionen miteinander in Einklang zu bringen.

 

Mit Zuversicht in die Zukunft

Die Visitation bot den Verantwortlichen Gelegenheit, innezuhalten, auf das Erreichte zurückzublicken und neue Perspektiven zu entwickeln. Sie war zugleich Ausdruck der Verbundenheit der Diözese Regensburg mit den Menschen in den einzelnen Pfarrgemeinden.

 

Deutlich wurde dabei vor allem eines: Kirche besteht nicht allein aus Gebäuden und organisatorischen Strukturen. Sie lebt von Menschen, die ihren Glauben bezeugen, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft gestalten.

 

Für die Pfarrgemeinden Blaibach, Harrling, Zandt, Altrandsberg und Miltach gilt es nun, die bestehenden Stärken weiterzuentwickeln und die kommenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Pfarrvisitation kann hierfür wichtige Anregungen geben und dazu ermutigen, auch unter veränderten Bedingungen eine lebendige Kirche vor Ort zu gestalten.

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach

 

 

 

Bild zur Meldung: Pfarrvisitation Miltach 2026